Alle vier Jahre wieder…
Es ist mal wieder soweit: Beherrschte noch kürzlich die Krise der Wirt schaft das Feld öffentlicher Aufmerksamkeit, so schießt sich die Weltöffentlichkeit wortwörtlich auf ein neues, dem Feld der Wirtschaft scheinbar nicht untergeordnetes Thema, ein: die Fußball Weltmeisterschaft der Herren 2010. 32 Länder schicken ihre Teams nach Südafrika mit dem Ziel ein Turnier zu gewinnen, bei dem ein an sich schöner Sport ins unermessliche kommerzialisiert und national aufge laden wird. Hierzulande wird die Gelegenheit wie bereits bei der letzten WM genutzt, eine neue deutsche Identität zu kultivieren, unter der wir uns alle (alle?) vereinigen und „unverkrampft“ einem „weltoffenen“ Patriotismus hingeben kön nen. Bei aller Sportlichkeit geraten die Lebensverhältnisse, in denen sich beispielsweise die Menschen befinden, die nicht zum Team der aus erwählten Nationalspieler gehören, dennoch aus dem Blick. Länder werden zu Teams, werden zu Spielern, werden zu Farben, werden zu Oppositionen, die gegeneinander antreten – durchaus analog zur ge genwärtigen internationalen politischen Struktur, in der nationalökonomische Interessen formuliert und gegeneinander aus getragen werden. Aber wie leben die Menschen in den Ländern, die gegenüber den anderen 173 der Welt das Privileg erhalten, an der WM teilzunehmen? Diese Frage haben wir uns gestellt und in mühseli ger Kleinstarbeit versucht zu beantworten. Resultat ist die vorliegende Sonderausgabe des Geisterfahrers, die einen Blick über den Fußballrand wagt. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
die Redaktion
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Party der Fachschaften 7/1 und 7.2
Beginn 23 Uhr // Bier ab 2€ // Cocktails ab 3€ // Eintritt 3€
Musik: von Indi bis Minimal
‘[1. Juli] Super7 Party im Apollo’ weiterlesen
mit Jannis Kompsopoulos, Historiker / Sozialphilosoph
Mittwoch 14. Juli 2010 // 19 Uhr // Hörsaal Fo6, Karman-Straße, RWTH-Aachen
Flyer


Keine Straßen, keine Räume, keine Stadt den Nazis!
Erneuter Neonazi-Angriff Auf das Autonome Zentrum, Aufruf zur Demonstration
Stand der Dinge
Die Aachener Neonazi-Szene machte in letzter Zeit wieder einmal von sich reden. So häufen sich Angriffe von Neonazis auf alternative Kultureinrichtungen, linke Freiräume und politische Gegner und Gegnerinnen. Es werden Jugendliche mit linkem oder migrantischem Hintergrund immer wieder in Aachener Kneipen oder Discos von Mitgliedern der Kameradschaft Aachener Land (KAL) und anderen Naziorganisationen angegriffen, das Parteibüro der „Linken“ fortwährend beschädigt und Antifaschistinnen und Antifaschisten gezielt attackiert.
Neustes ‚Lieblingsziel’, neben Privatwohnungen von Familien, scheint dabei das Autonome Zentrum in Aachen zu sein. In regelmäßigen Abständen tauchen neonazistische Sprühereien und immer wieder das Kürzel KAL am AZ Aachen auf. Auch wurden in der Vergangenheit mehrfach Besucherinnen und Besucher von Konzerten oder politischen Veranstaltungen auf ihrem Heimweg abgefangen und angegriffen. Jüngst trauten sich bewaffnete Neonazis wiederholt Veranstaltungen des AZ zu attackieren. Sie sprühten durch den Briefschlitz im Eingangsbereich Pfefferspray und eine andere Flüssigkeit auf dahinter stehende Personen und warfen eine Flasche mit einer uns unbekannten Substanz ins Treppenhaus. In der gleichen Nacht wurde das Parteibüro der „Linken“ angegriffen und Parolen an die Wohnhäuser von Antifaschist_Innen gesprüht. Zwei Nächte später wurden Personen, die sich auf dem Vorplatz des AZ befanden aus einem Auto heraus durch eine Zwille mit Stahlkugeln beschossen. Es wurde niemand verletzt.
Wenige Tage später kam es zu einem “drive-by-shooting” mit einer Gaspistole auf Menschen die sich vor dem AZ aufhielten. Insgesamt kam es in den letzten zwei Wochen täglich zu Provokationen und Übergriffen durch Nazis. So wurden unter Anderem auch im Umfeld des Bildungsstreik-Camps, an der Aachener Uni, vermeintliche BesucherInnen angegriffen.
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Veranstaltungshinweis
Was passiert eigentlich, wenn Hochschulen heute “umgestaltet” werden? Was geschieht bei Privatisierung? Was bedeutet der Einfluss von Unternehmen an Unis (und Schulen) für Lehre und Forschung? Und was bedeutet dies ins besondere für die Geisteswissenschaften, die es beim Kampf um Drittmittel schwer haben, während Kooperationen mit Ingenieurs- und Naturwissenschaften äußerst beliebt sind? Welche Folgen man bei einer Umstrukturierung der Unis bedenken muss, und ob ernstzunehmende Befürchtungen hinter dem verbreiteten, mulmigen Bauchgefühl stecken, darüber spricht Matthias Holland-Letz (freier Journalist) am Donnerstag, dem 29. April.
Der Dozent beschäftigt sich seit längerem mit der Bildungs- und Forschungslandschaft und hat unter anderem im Auftrag der GEW einen “Privatisierungsreport” erstellt, der die Situation an Schulen in Deutschland untersucht. Der Vortrag mit anschließender Diskussion findet um 19h im Hörsaal IV im Hauptgebäude statt. Das IDF lädt herzlich ein!
Eine Veranstaltung des Interdisziplinären Diskussionsforums der Fachschaft I/1
www.fsmpi.rwth-aachen.de/news/hochschule-gmbh-co-kg/