Geisterfahrer zur WM-2010

Alle vier Jahre wieder…
Es ist mal wieder soweit: Beherrsch­te noch kürzlich die Krise der Wirt­ schaft das Feld öffentlicher Aufmerksamkeit, so schießt sich die Weltöffentlichkeit wortwörtlich auf ein neues, dem Feld der Wirtschaft scheinbar nicht untergeordnetes Thema, ein: die Fußball Weltmeis­terschaft der Herren 2010. 32 Län­der schicken ihre Teams nach Südafrika mit dem Ziel ein Turnier zu gewinnen, bei dem ein an sich schöner Sport ins unermessliche kommerzialisiert und national aufge­ laden wird. Hierzulande wird die Ge­legenheit wie bereits bei der letzten WM genutzt, eine neue deutsche Identität zu kultivieren, unter der wir uns alle (alle?) vereinigen und „unverkrampft“ einem „weltoffe­nen“ Patriotismus hingeben kön­ nen. Bei aller Sportlichkeit geraten die Lebensverhältnisse, in denen sich beispielsweise die Menschen be­finden, die nicht zum Team der aus­ erwählten Nationalspieler gehören, dennoch aus dem Blick. Länder werden zu Teams, werden zu Spie­lern, werden zu Farben, werden zu Oppositionen, die gegeneinander antreten – durchaus analog zur ge­ genwärtigen internationalen politi­schen Struktur, in der nationalökonomische Interessen formuliert und gegeneinander aus­ getragen werden. Aber wie leben die Menschen in den Ländern, die gegenüber den anderen 173 der Welt das Privileg erhalten, an der WM teilzunehmen? Diese Frage ha­ben wir uns gestellt und in mühseli­ ger Kleinstarbeit versucht zu beantworten. Resultat ist die vorlie­gende Sonderausgabe des Geister­fahrers, die einen Blick über den Fußballrand wagt. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
die Redaktion

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